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Organe

Nierentransplantation

Eine Nierenersatztherapie wird dann notwendig,

  • wenn eine weit fortgeschrittene Nierenerkrankung (in den häufigsten Fällen aufgrund Diabetes und Hypertonus,
  • aber auch immunologische Erkrankungen, wie Autoimmunerkrankungen) festgestellt wird. Die Niere ist also nicht mehr in der Lage Giftstoffe in ausreichendem Maße auszuscheiden, um das Flüssigkeits- und Salzgleichgewicht in ihrem Körper aufrecht zu erhalten.

Niere
Daher ist es notwendig unter bestimmten Voraussetzungen Vorbereitungen zur Nierenersatztherapie durchzuführen. Die Wahl der Behandlungsform (Hämodialyse, Peritonealdialyse, Nierentransplantation) hängt im Wesentlichen von medizinischen Kriterien ab, aber auch von den persönlichen Möglichkeiten.

Im Folgenden sollen die Verfahren kurz vorgestellt werden; dies entbindet aber den Betroffenen nicht von der Notwendigkeit Informationsveranstaltungen und Patientenschulungen, welche in den großen Zentren angeboten werden, zu nutzen. Letztendlich sollen sie durch all diese Maßnahmen in die Lage versetzt werden, nach eingehender Aufklärung und Besprechung mit ihrem Arzt frei ein Therapieverfahren zu wählen, wenn keine medizinischen Gründe vorliegen, die ein Verfahren ausschließen.

Nierentransplantation

Ca. 20 – 30% aller Patienten, die eine Nierenersatztherapie benötigen, haben die medizinischen Voraussetzungen und Möglichkeiten die Niere durch ein Spenderorgan (von einem hirntoten Menschen oder einem lebenden Spender, zu dem eine emotionale Beziehung besteht) zu ersetzen. Eine Spenderniere wird in einer Allgemeinnarkose eingesetzt, in der Folge ist eine lebenslange Immunsuppression (Einnahme von Medikamenten, die das Risiko einer Transplantatabstoßung vermindert) notwendig.

Vor der Durchführung einer Transplantation muss festgestellt werden, inwieweit eine Operation durchgeführt werden kann. Je nach Gesundheitszustand können dies einfache Untersuchungen, wie bei einer Vorsorgeuntersuchung sein, bis zu intensiveren Untersuchungen wie zB. einem Herzkatheter. Wichtig wäre bereits vor Erreichen der Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie entsprechende Weichen gestellt und die Möglichkeiten zB. zu einer Lebendspende abgewogen zu haben.

Vorteile der Nierentransplantation bestehen darin, dass keine Dialysebehandlung notwendig ist und somit seltenere ambulante Kontrollen (mit Ausnahme der ersten Wochen bis Monate). Es kommt zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit und Verbesserung des psychischen und sozialen Befindens. Allerdings sind weiterhin gewissenhafte Medikamenteneinnahme und eine Diät notwendig. Als mögliche Langzeit-Komplikationen sei das Risiko einer Transplantatabstoßung, ein höherer Blutdruck, sowie ein erhöhtes Krebsrisiko hervorzuheben.

Zusammenfassend soll festgehalten werden, dass individuell für jeden Patienten unter entsprechender medizinischer Beratung das für ihn am besten geeignete Verfahren (sozial, persönlich und medizinisch) gemeinsam mit dem Arzt ausgewählt werden soll. Auch ist es sehr wesentlich hier das persönliche Umfeld des Patienten entsprechend mit einzubeziehen.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz

Die Nierentransplantation gilt als „Therapie der Wahl“ eines chronischen Nierenversagens, also eines Funktionsverlusts der Niere ohne Aussicht auf Erholung. Lange nach Durchführung der ersten Nierentransplantation im Jahr 1956 in Boston, wurde erst mit der Entwicklung moderner Medikamente zur Kontrolle des Immunsystems und Verhinderung einer Abstoßung der Durchbruch erreicht und die Behandlung einer breiten Masse zugänglich gemacht. Bis heute wurden weltweit über eine halbe Million Nierentransplantationen durchgeführt und die 1-Jahres Ergebnisse sind sehr überzeugend. Trotz der Weiterentwicklung und der guten Fortschritte bleibt die Lebensdauer eines transplantierten Organs begrenzt. Die größte Herausforderung für die Zukunft ist die Steigerung des mittel- und langfristigen Organüberlebens.

Unterschieden werden kann kategorisch in eine Nierentransplantation mittels eines Leichenspenderorgans und einer Transplantation durch eine Niere eines lebenden, gesunden Spenders. Während die Transplantation mittels Lebendspender ohne Wartezeit und terminlich geplant durchgeführt werden kann, ist im Falle einer Leichenspende mit einer mehrjährigen Wartezeit zu rechnen.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Stefan Schneeberger, MBA