Astellas Logo
A- A+

Transplantation

Geschichte der Transplantation

Es war schon immer ein Traum der Menschheit, verletzte Gliedmaßen oder auch Organe durch andere Organe, etwa von Toten, zu ersetzen. Sinnbild dafür sind die Heiligen Kosmas und Damian, die im 2. Jahrhundert n.Chr. angeblich das Bein eines älteren Herrn durch ein Spenderbein ersetzt haben sollen.

Technisch wirklich ist das geworden durch die Pionierleistung von Emmerich Ullmann, der 1902 von einem Hund eine Niere entnommen und sie an den Hals desselben Körpers transplantiert hat. Diese Niere hat an einem anderen Ort funktioniert, und damit war die Transplantation technisch möglich. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden vielfach Organtransplantationen durchgeführt, die aber in Summe alle fehlgeschlagen sind, weil die transplantierten Organe durch Thrombose der Blutgefäße verloren gegangen sind, man hat das Phänomen der Abstoßung noch nicht erkannt. In den Jahren 1940 bis 1950 hat eine englische Arbeitsgruppe um Sir Peter Medawar (Nobelpreis 1960) das Phänomen aufklären können, und damit die Transplantationsimmunologie begründet. Am 23. 12. 1954 wurde die erste Nierentransplantation in Boston erfolgreich durchgeführt, wobei hier die immunologische Barriere überbrückt wurde, indem Spender und Empfänger eineiige Zwillinge waren. Der gleiche Pionier, Joseph Murray, (Nobelpreis für Medizin 1990) hat in der Folgezeit die Immunsuppression mitentwickelt, einerseits durch gesamte Körperbestrahlung, andererseits aber auch mit Einführung des Wirkstoffes Azathioprin.

Seit 1960 wurden also immer wieder Nierentransplantationen durchgeführt, wobei die Ergebnisse dieser Pionierzeit – gemessen an den heutigen Erwartungen – eher bescheiden waren. Jahresüberlebensraten von etwa 50% waren zu verzeichnen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Lebertransplantationen durchgeführt (Thomas Starzl, Denver, Colorado); die erste Herztransplantation wurde 1967 in Kapstadt von Christiaan Barnard durchgeführt.

Die große Wende der Transplantation kam durch die Entdeckung des Ciclosporins in den Jahren 1976 bis 1982. Von dieser Zeit an sind alle Organtransplantationen „neu erfunden“ worden, es wurden spontan Einjahres-Funktionsraten in der Nierentransplantation von 80% berichtet, und alle großen Transplantationsprogramme haben in dieser Zeit begonnen. Etwa 10 Jahre später wurde Tacrolimus für die klinische Anwendung entwickelt, 1996 wurde Azathioprin durch Mycophenolsäure ersetzt, damit waren neben Cortison alle heute verwendeten Wirkstoffe zur Immunsuppression zur Verfügung.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher