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Transplantation

Gesetzliche Richtlinien und Voraussetzungen

Österreich hat ein sehr einfaches und klares Transplantationsgesetz, das erstmals als Anhang zum Krankenanstaltengesetz 1982, und als eigenes Transplantationsgesetz 2012 im Parlament in beiden Beschlussfassungen einstimmig beschlossen wurde.

Es besagt im Wesentlichen, 1. dass Organe von Toten zu Transplantationszwecken entnommen werden dürfen, 2. dass die Entnahme nicht zulässig ist, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten seinen Widerspruch bekanntgegeben hat, und/oder sich im Widerspruchsregister des Bundesinstituts für Gesundheitswesens (GOEG) Stubenring 6, 1010 Wien eingetragen hat. 3. Organspende darf nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein, der Arzt, der den Tod feststellt, darf weder von der Transplantation betroffen, noch an ihr beteiligt sein. Letztlich ist die Organspende anonym zu bewerkstelligen, damit eben keine Abhängigen zwischen Empfänger und Spenderangehörigen entstehen können.

Die im Transplantationsgesetz festgelegte Widerspruchslösung wird in Österreich „weich“ gehandhabt, wenn Angehörige bei der Information, dass die Organspende geplant ist, glaubhaft versichern können, dass der/die Verstorbene eine Organentnahme nicht gewünscht hat, so wird davon Abstand genommen. Es gibt daher auch in Österreich, obwohl es gesetzlich nicht vorgesehen ist, eine gewisse Widerspruchsrate, die in den letzten Jahren zugenommen hat. Bei 356 Spendern im Jahr 2013 gab es genau 40 Widersprüche. Aus diesem Grund haben auch mehrere Ärzte einen Verein gegründet (Green Ribbon), dessen Aufgabe es ist, weiterhin Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um die Organspende in Österreich einerseits zum Diskussionsthema zu machen, aber auch um sie sehr positiv darzustellen, um damit die Ablehnungsrate in der Bevölkerung zu minimieren. Daneben müssen aber auch immer wieder logistische Hürden überwunden werden, es ist notwendig in den einzelnen Krankenanstalten den Organspendegedanken aufrecht zu erhalten. Daher wurde in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheit (GOEG) ein Förderprogramm entwickelt, dass die logistischen Hürden, die österreichweit in der Transplantation bestehen, überwunden werden können.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher