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Transplantation

Medikation

Wie in der Einleitung erwähnt, ist die Verträglichkeit eines Transplantationsorgans davon abhängig, dass die Immunantwort des Empfängers so unterdrückt wird, dass das neue Organ nicht abgestoßen wird. Diese Abstoßungsprophylaxe ist heutzutage nur mit Medikamenten möglich. Kernpunkt der heutigen Immunsuppression sind die sogenannten Calcineurin-Antagonisten (Tacrolimus und Ciclosporin), Substanzen, die den Zellstoffwechsel hemmen (Mycophenolsäure als Natrium- oder Mofetilsalz) und Cortison. Zur Behandlung der Abstoßung werden in der Regel Antikörper verwendet, die gegen die Lymphzellen des Empfängers gerichtet sind.

Diese Medikamente haben zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen. So etwa senken die Calcineurin-Antagonisten die Durchblutung der Niere, sie können zu Nervenfunktionsstörungen führen, und auch zu Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel zur Diabetes Entwicklung und Ähnliches mehr. Steroide (Cortison) können Wassereinlagerung, Fettsucht, diabetische Stoffwechselstörungen, Wachstumsstörungen und Osteoporose verursachen, die gegen den Zellstoffwechsel gerichteten Antimetaboliten hemmen auch die Entwicklung des Blutbildes und der Darmschleimhaut. Die heutige Kunst besteht darin, die immunsuppressive Wirkung synergistisch zu nützen, und die Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen durch Dosisreduktion zu minimieren. In der Regel werden daher heute rund um die perioperative Zeit zunächst Antikörper gegeben (Induktionstherapie), dann werden Calcineurin Antagonisten in höherer Dosis, Antimetaboliten in laufender Dosis, und noch höhere Steroid Mengen gegeben. Steroide werden sehr bald abgesetzt, auch die Dosen der Calcineurinantagonisten werden in der Regel reduziert und niedrige Spiegel angepeilt. Damit sollen die Nebenwirkungen auf die einzelnen Organe reduziert werden. Es ist daher besonders wichtig, sowohl in den ersten Monaten als auch in den Folgejahren die Medikamentenspiegel immer korrekt zu überprüfen, um möglichst die Toxizität zu reduzieren oder zu vermeiden. Alternativ werden seit 2003 in Einzelfällen m-TOR Inhibitoren wie Rapamycin oder Everolimus eingesetzt.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher