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Transplantation

Risiken

Das stärkste Risiko ist die Entstehung eines neuen Tumors, daher sollen sich alle Transplantationspatienten jährlich von einem Hausarzt komplett untersuchen lassen, und auch die üblichen Vorsorgeuntersuchungen, wie Darmspiegelung, Mammographie, Sonographie, regelmäßig einhalten. Zweifellos besteht auch eine geringere Resistenz gegen gewisse Infektionen, es sind aber Infektionen, die gesunde Patienten nicht betreffen: Zytomegalievirus Infektion, Pneumocystis Carinii, oder auch Eppstein-Barr Virus Erkankungen. Die Diagnostik für diese Erkrankungen wird bei den laufenden Untersuchungen durchgeführt. Zu beachten ist in erster Linie die genaue Einhaltung der vorgeschriebenen Medikation, die Beachtung der empfohlenen Nachuntersuchungstermine, ausgewogene Kost, und wenn möglich auch aktive körperliche Bewegung. Hier ist besonders darauf hinzuweisen, dass aktiver Sport die Gesundheit deutlich fördert. Einige notwendige Medikamente fördern den Abbau der Körpersubstanz. Dieser Entwicklung kann nur begegnet werden durch aktiver körperlicher Bewegung im Sinne von Laufsport, Rad fahren, und Ähnlichem. Es gibt sogar einen österreichischen Verein, die ATSF, die Austrian Transplant Sports Federation, die den Breitensport aktiv fördert. Es ist nur jedem Transplantationspatienten anzuraten, wenn irgendmöglich, sich aktiv sportlich zu betätigen.

Wie soll man sich Infektionen gegenüber verhalten?
Häufig wird die Angst geäußert, dass immunsupprimierte Patienten besonders infektanfällig werden. Eine solche überdurchschnittliche Infektanfälligkeit ist aber klinisch nicht festzustellen. Transplantierte Patienten leiden im Vergleich zu nicht immunsupprimierten Menschen nicht häufiger an Infektionskrankheiten wie Grippe, Schnupfen und Ähnlichem. Sinnvoll ist es allerdings, diese Infektquellen nicht allzu stark an sich herankommen zu lassen. Intensiver Kontakt mit Garten- oder Blumenerde kann durch den Gebrauch von Handschuhen vermieden werden, intensiver Kontakt zu Haustieren kann ebenfalls vermieden werden, und man muss ja nicht gerade zur kritischsten Zeit in die Straßenbahn einsteigen und dort von allen möglichen Keimen angehustet werden. Strikt abzuraten ist von Reisen in Länder, in denen es Malaria gibt. Malaria selbst ist natürlich gefährlich, aber es gibt dort noch viele andere Infektionskrankheiten, die nicht vorherzusehen sind. Dahingegen sind Reiseziele, die von einem Meer umgeben sind, (z.B. Seychellen) durchaus für Transplantationspatienten geeignet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sinnvoll ist, die Medikamente konsequent einzunehmen, die Nachuntersuchungstermine einzuhalten, eine gute, bilanzierte Ernährung zu sich zu nehmen, aktiv Sport zu betreiben, und Hygiene Regeln mit Hausverstand zu beachten.

Verfasst von Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher